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Sonnenschutzsteuerung

Ausschnitt der IFI-Stadt, SonnenschutzsteuerungNach Ihren Vorgaben berechnen wir die geeignete Zonierung von Sonnenschutz-Behängen an Gebäuden, deren zentrale oder dezentrale Steuerung sowie die Positionierung von zentralen oder dezentralen Sensoren. Wir erstellen Steuerungskonzepte für die windgerechte Umsetzung des Sonnenschutzes und unterstützen Sie mit zusätzlichen statistischen Einsatzermittlungen.

Um Sonnenschutzanlagen wirksam vor zu hoher Windbelastung zu schützen, muss zunächst geklärt werden, wie stark der Wind an verschiedenen Fassaden angreift. Naturgemäß wird das an exponierten Außenecken stärker der Fall sein als in Fassadenmitte. Auch Innenhöfe sind in der Regel relativ geschützt, solange keine größeren Zufahrten oder teilweise aufgeständerte Geschosse dem Wind Zutritt gewähren. Durch eine passende Zonierung der Fassaden werden die Bereiche zusammengefasst bzw. unterschieden, die über gleiche bzw. stark abweichende Windexposition verfügen. Auf diese Weise kann dann später die eigentliche Windsteuerung gezielt auf diese Bereiche abgestellt werden.

Die Leistung der Windanalyse und zugehörigen Zonierung der Sonnenschutzbehänge an den Fassaden ist normalerweise Bestandteil eines Steuerungskonzepts für die Sonnenschutzanlagen, dass auch weitere Fragen, wie z.B. die geeignete Positionierung der Sensoren für eine dezentrale oder zentrale Steuerung umfasst. Steht noch nicht fest, ob zentral oder dezentral gesteuert werden soll, kann das Konzept dies auch in seinen Auswirkungen gegenüberstellen. Weitere Informationen hierzu finden Sie weiter unten.

Sie haben noch Fragen? Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, denn leider gibt es zu diesen Windsteuerungen noch keine Normen oder Richtlinien und ein Stand der Technik wird von verschiedenen Marktteilnehmern sehr unterschiedlich gesehen.

Die dezentrale Windsteuerung von Sonnenschutzbehängen basiert zunächst immer auf einer passenden Zonierung der mehr oder weniger windexponierten Fassadenbereiche, siehe oben. Auch kann eine Unterteilung von Bereichen mit unterschiedlichen Behangqualitäten erforderlich sein. Die Philosophie einer dezentralen Steuerung ist es, in jeder Behangzone repräsentativ an ein oder zwei Messpunkten die Windgeschwindigkeit an der Fassade zu erfassen, die direkt der Windbelastung der Behänge entspricht. Vergleicht man den lokalen Messwert mit dem vom Hersteller vorgegebenen Gewährleistungsgrenzwert, kann sofort entschieden werden, ob in der lokalen Behangzone aufgefahren werden muss oder nicht.

Die dezentrale Windsteuerung ist technisch einfacher als eine zentrale Windsteuerung und die dezentrale Windmessung benötigt keine Annahmen über das lokale Windfeld in der Umgebung, da direkt im Bereich der Behänge gemessen wird. Auch spätere Veränderungen durch Abriss oder Neubau weiterer Gebäude werden jederzeit einfach messtechnisch erfasst und erfordern keine Nacharbeiten. Der Nachteil sind die größere Anzahl (allerdings einfacherer) Sensoren, die zudem verteilt an den Fassaden angeschlossen und im Zweifel gewartet werden müssen.

Die zentrale Windsteuerung von Sonnenschutzanlagen ist ein Klassiker, den viele Baupraktiker vor Augen haben und der auch jederzeit später noch realisiert werden kann. Die Messung erfolgt zumeist zentral auf dem höchsten Dach nach Windgeschwindigkeit und Windrichtung. Da die Windsensoren dazu aber frei angeströmt sein müssen, werden in der Regel mindestens zwei Messstandorte, z.B. in gegenüber liegenden Ecken eines Daches gewählt. Dort kann in Ecknähe mindestens ein Halbraum der Windanströmung sinnvoll gemessen werden, ohne einen zu hohen Messmast zu benötigen. In der Steuerung werden anschließend die Messwerte beider Masten kombiniert und gemeinsam ausgewertet.

Diese Auswertung kann auf einem zentralen Rechner erfolgen, der dann für alle Behangzonen (siehe Zonierung) jeweils pro Windrichtung abgespeichert hat, wie diese zum Wind exponiert sind, und daraus entscheiden kann, ob die lokalen Messwerte am Sensor eine Überschreitung der Gewährleistungsgrenzen darstellen oder nicht! In der Folge werden Befehle an die Behanggruppen zum Auf- oder Abfahren von dieser zentralen Stelle über den Gebäudebus versandt. Alternativ können auch intelligentere lokale Aktoren verwendet werden, die die Messwerte auf dem Dach über den Bus mitlesen und für ihre Behanggruppe dann lokal entscheiden, ob aufgefahren werden muss oder nicht. Für diese Funktionalität werden die vorab ermittelten Korrekturfaktoren (auch als Speed-Up-Faktoren bekannt) mit den Gewährleistungsgrenzwerten der Hersteller für ihre Behänge verrechnet, sodass im lokalen Aktor nur ein so korrigierter Grenzwert hinterlegt werden muss, der dann direkt mit dem Messwert für die jeweilige Windrichtung verglichen werden kann.

Zentrale Sonnenschutzsteuerungen lassen sich dank kombinierter Sensoren (z.B. auf Ultraschallbasis) heute sehr effizient aufbauen, benötigen aber in der Planung und Umsetzung zusätzlichen Aufwand, um die Umrechnung von Dachmessung zu Fassadenexposition pro Windrichtung zu bestimmen. Diese müsste auch eigentlich angepasst werden, wenn sich das bauliche Umfeld ändert. Liegt für ein Bauvorhaben bereits ein Windkanalversuch vor, können dessen Ergebnisse leicht in die Umrechnung überführt werden. Falls nicht, erarbeiten wir Ihnen die Faktoren gerne gutachterlich!